Die Landesregierung schafft verbesserte Bedingungen beim achtjährigen Gymnasium (G8) und kommt somit den Forderungen zahlreicher Kritiker, die die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums fordern, nach.
Am 27. April billigte die Landesregierung den Entwurf des neuen Schulgesetzes. Dieses sieht im Bereich des achtjährigen Gymnasiums deutliche Verbesserungen vor. So wird es in den Gymnasien des Landes bereits zum kommenden Schuljahr ca. 180 zusätzliche Lehrer-Planstellen geben, so daß auch Intensivierungsstunden (zwei Lehrer unterrichten eine Klasse) möglich sind.
Darüber hinaus wird die Stundenzahl der Orientierungsstufe reduziert. Und zum Schuljahr 2011/2012 werden die bisherigen G9-Lehrpläne endlich an G8 angepaßt. Es wird aber auch für die Schüler, die sich derzeit schon in G8 befinden, Erleichterungen geben. Auch erhalten die Gymnasien bereits jetzt die Möglichkeit, Arbeiten und Tests eigenständig so zu gestalten, daß die nicht zu Überlastungen führen, Schülerinnen und Schüler von Hausaufgaben zu entlasten oder den Unterricht in Doppelstunden zu organisieren, um die Fächerbelastung zu reduzieren.
Die wesentlichen Forderungen der G8-Kritiker: weniger Unterricht und weniger Hausaufgaben (und damit mehr Freizeit) sowie entzerrter Unterricht (und somit streßfreieres Lernen) – werden mit diesem neuen Schulgesetz erfüllt.
Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wäre ein fataler Rückschritt gewesen, denn in fast allen anderen Bundesländern und anderen Staaten der EU gibt es schließlich das achtjährige Gymnasium. Auch die SPD-Landtagsfraktion will nicht zurück zu G9.
Es wird immer Kinder geben – vorzugsweise solche, die trotz Realschulempfehlung von ihren Eltern auf das Gymnasium geschickt werden – die auch mit dem “entschärften” achtjährigen Gymnasium noch Probleme haben, aber dies sind Einzelfälle, die es im bisherigen neunjährigen Gymnasium auch schon gab. Diese Kinder haben ab dem nächsten Schuljahr dennoch die Möglichkeit, ihr Abitur in neun Jahren zu machen, in dem sie die Orientierungs- und die Mittelstufe in sechs Jahren auf der neuen Gemeinschaftsschule absolvieren und nach dem Abschluß dort die dreijährige Oberstufe des Gymnasiums besuchen. Diese Möglichkeit hätten wir unseren Kindern nicht bieten können, wenn wir eine Regionalschule beschlossen hätten, denn auf der gibt es keinen gymnasialen Zweig.
Dr. Rainer Sempell
Schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion
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Schlagworte: Dr. Rainer Sempell, G8, G9, Gymnasium, Schulgesetz













